Energiewende im Ruhrgebiet? Ja! Mit Bürgerbeteiligung!

Schon am 28. April dieses Jahres luden u.a. Kurt Berlo und Rolf Schwermer in die City-Messehalle Essen zu der Informationsveranstaltung, über gelungene Bürgerbeteiligungen und erfolgreiche Ausgründungen von Energiegenossenschaften mit anschließendem Gespräch. Ziel des Treffens war die Auslotung von Möglichkeiten einer Energiegenossenschaft für das Ruhrgebiet.

Nach umfangreichen Impulsvorträgen, z.B. Verflechtungen von Energieunternehmen und Kommunen untereinander, Bündnis Demokratischer Energie-Wende kommunal, Rekommunalisierung von Stadtwerken, Solargenossenschaft Essen oder Geschichte der ElektrizitätsWerke Schönau, entwickelten sich lebhafte Gespräche, die sich insb. über das Tätigkeitsfeld der Genossenschaft, mögliche Dividenden und den Ort der Aktivitäten erstreckten.

Insgesamt sehen die Veranstalter sieben mögliche Tätigkeitsfelder für eine ruhrgebietsweite Genossenschaft:

  1. Einstieg bei den Stadtwerken,
  2. Windkraftanlagen, wie sie derzeit zwischen Mülheim, Oberhausen und Duisburg geprüft werden,
  3. Solaranlagen, bspw. an Lärmschutzwänden,
  4. Beteiligung am Ökostrom-Markt-Modell, das von drei der derzeit fünf echten Ökostromanbieter initiiert wurde,
  5. Vertrieb von Strom aus erneuerbaren Energien
  6. Energieeffizienzmaßnahmen und
  7. Elektromobilität mit erneuerbarer Energie.

Insbesondere der erste Punkt wurde kontrovers diskutiert, da dies ja einerseits von der Politik gewollt werden müsste, andererseits die Möglichkeit, konkret zu gestalten, eher gering ist. Die Aufgabe bei einer genossenschaftlichen Beteiligung an Stadtwerken wäre es, der „Stachel im Fleisch zu sein“ und Projekte auf ihren Beitrag zur Energiewende zu prüfen, neue Ideen für die Energiewende in den Aufsichtsrat einzubringen. Klar war aber auch, dass man nicht gleich bei mehreren Stadtwerken im Ruhrgebiet einsteigen könnte. Es wäre schon aufwendig genug, bei nur einem kommunalen Unternehmen einzusteigen. Das solle man aber in keinem Fall übereilen, da unbedingte Sorgfalt geboten sein müsse, so die Veranstalter – vorausgesetzt, es ergibt sich überhaupt die Möglichkeit.

Die Sorgfalt für die Planung braucht es in jedem Fall für alle potentiellen Bereiche, um insbesondere das unternehmerische Risiko für die Genossenschaft zu reduzieren. Dann ließen sich für die Genossenschaftsanteile auch Dividenden auszahlen und die Demokratisierung der Energieversorgung auch wirtschaftliche darstellen.

Fast 20 Personen bekundeten zum Ende der Veranstaltung ihre Bereitschaft, der Energiegenossenschaft für das Ruhrgebiet beizutreten. Ideen, Know-how und Personen sind also im Ruhrgebiet vorhanden. Schließlich bleibt nur eine konkrete Möglichkeit, die Energiewende umzusetzen: nämlich aktiv zu werden. Dabei kann ein erster Schritt sein, bestehende Energiegenossenschaften zu kartieren und somit die Netzwerkbildung der kommunalen Akteure zu stützen. Dabei wird die Klimainitiative Essen unterstützen.

(gemeinsam verfasst mit Teilnehmerin Friederike Behr)

2 Gedanken zu “Energiewende im Ruhrgebiet? Ja! Mit Bürgerbeteiligung!

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