Klima Slam in Essen

Letzte Woche präsentierte die Stiftung Mercator den ersten Essener Klima Slam im Café Central im Grillo Theater. Rund 100 Gäste lauschten den drei Slammern bei den Themen Energie und Verkehr.

Im Vorfeld zur Premiere des Klima Slams sprach ich mit Kathrin Biegner, einer Organisatorin der Veranstaltung. Die Idee zum Klima Slam entwickelte sich folgendermaßen:

Wir [ein mehrköpfiges Team der Stiftung Mercator] überlegten uns, wie wir die Essener Bürger mit dem Thema Klimaschutz erreichen könnten. Die Stiftung Mercator tritt vor allem in Berlin als Klimaakteur auf und möchte mit ihrer Arbeit in Zukunft in NRW stärker wahrgenommen werden . Das Slam-Format ist perfekt, um auch ein jüngeres Publikum zu erreichen. Die drei Slammer Oliver Adria, Dr. Jobst Heitzig und Saskia Oldenburg slammen schon seit längerer Zeit erfolgreich über das Thema Energie, sodass wir schnell auf die aufmerksam wurden und sie nach Essen einluden.

Dr. Jobst Heitzig heizt seinem Publikum ein, © Simon Bierwald, Stiftung Mercator

Dr. Jobst Heitzig heizt seinem Publikum ein, © Simon Bierwald, Stiftung Mercator

Auf der Bühne empfing Dr. Lars Grotewold, Leiter des Themenclusters Klimawandel der Stiftung Mercator, die Gäste und machte zu Beginn der Veranstaltung deutlich, dass sich die Stiftung Mercator für ambitionierten Klimaschutz einsetzt. So seien die Bearbeitung der Themen Klimaschutz und Klimawandel ein Beitrag der Stiftung Mercator für einen politischen und gesellschaftlichen Veränderungsprozess hin zu einer nachhaltigeren Zukunft für uns alle. Der besondere Rahmen der Veranstaltung solle zum einen die Themen des Klimaschutzes unterhaltsam gestalten und zeitgleich einen Raum schaffen,  in dem sich Menschen austauschen können.

v.l. Maier, Dr. Jobst Heitzig, Adria, Oldenburg, Dr. Grotewold, © Simon Bierwald, Stiftung Mercator

v.l. Maier, Dr. Jobst Heitzig, Adria, Oldenburg, Dr. Grotewold, © Simon Bierwald, Stiftung Mercator

Nach der kurzen Einführung durch Grotewold und den Moderator Andreas Laurenz Maier starteten die Slammer mit ihrer Show. Jeder Teilnehmer hatte exakt 10 Minuten Zeit für seinen Vortrag. Das besondere bei der Veranstaltung: Das Publikum bewertet zum Ende jedes Vortrages und der Teilnehmer mit der höchsten Bewertung gewinnt. Ziel ist es, ein komplexes Thema rund um Energie  und Verkehr verständlich an das Publikum zu bringen.

Die Reihenfolge der Slammer wurde ausgelost und die Hamburgerin Saskia Oldenburg (Twitter, YouTube) begann ihren Vortrag ganz nach dem Märchenvorbild „Tischlein deck dich“. So erklärte sie, wie man von Mist zu Gold kommt, oder anders gesagt, wie man z.B. mit Pferdemist Biogas produzieren kann. Der zweite im Bunde war Dr. Jobst Heitzig vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, der im Sträflingskostüm erklärte, warum sich Politiker bei politischen Fragen nicht einigen können. Zum guten Schluss war Oliver Adria an der Reihe. Dieser erklärte dem Publikum die Energiewende und dass adiabatische Druckluftspeicherkraftwerk anhand von Lemmingen (kennt ihr die noch vom gleichnamigen Computerspiel?).

Oliver Adria, © Simon Bierwald, Stiftung Mercator

Oliver Adria, © Simon Bierwald, Stiftung Mercator

Die Lemminge und vor allem Oliver Adria bekamen vom Publikum 101 von möglichen 110 Punkten und gewannen somit den Klima Slam. Nach dem Ende der Veranstaltung bahnte ich mir noch meinen Weg zu Oliver und fragte ihn, wie er eigentlich zum Slammen kam und was es mit den Lemmingen auf sich hat.

Vor zwei Jahren war ich das erste Mal bei einem Science Slam als Zuschauer dabei. Damals habe ich dann die Organisatorin gefragt, ob ich vielleicht unterstützen kann und sie meinte direkt: „Willst du nicht mit slammen?“. Ja, und so kam es dann dazu und nach ein bis zwei Slams hab ich dann auch frei vorgetragen, und mich packte das Bühnenfieber.

Und die Lemminge?

Ich hab nachgedacht, wie man Strom erklären kann, und dann dachte ich an Lemminge. Denn die sind ja insofern dumme Wesen. Lemminge laufen immer weiter und tun genau das, was man ihnen sagt. Und Strom ist genauso. Der muss konsumiert werden, wenn er produziert wird. 

Für den nächsten Slam hat Oliver sich bereits ein neues Thema überlegt. Da will er sich mit nachhaltigem Wirtschaften und Wachstum auseinandersetzen.

Beim Klima Slam in Essen handelte es sich um eine Art Experiment, so Kathrin Biegner. Die Veranstalter wollten herausfinden, inwieweit man mit dieser Art von Veranstaltung Menschen erreichen könne. Nach so einem erfolgreichen Auftakt gehe ich definitiv davon aus, dass die Stiftung Mercator auch weiterhin rund um das Cluster Klimawandel, also mit den Themen u.a. Energie, Mobilität, Infrastruktur, weitere Slams veranstalten wird.

Maria, ein Gast des Slams sagte mir zum Ende der Veranstaltung, dass sie beim nächsten Klima Slam definitiv auch dabei sein werde! Ich natürlich auch.

Sobald das Video des Abends online gestellt wurde, werden wir es hier für euch einfügen.

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