Tom Fox – der New Yorker Visionär zu Gast in Essen

Wie auf Morgenstadt angekündigt fand vor zwei Wochen im Essener Unperfekthaus ein halbtägiger Workshop mit dem New Yorker Visionär Tom Fox statt – und ich war dabei …

Während seines Lebens studierte Tom Fox Biologie, zog als Soldat in den Vietnam Krieg, arbeite eine Zeit lang als Ranger und machte sich in den letzten 35 Jahren einen Namen im Bereich der New Yorker Stadtentwicklung. Tom gründete in New York  u.a. die Green Guerillas und die Neighborhood Open Space Coalition und ist zudem der Erfinder des New York Water Taxis – eines Beitrages gegen den Stau in NYC.

Bei den Green Guerillas und der Neighborhood Open Space Coalition schließen sich Bürger jedes Alters zusammen, um entweder in Gemeinschaftsgärten gemeinsam Obst und Gemüse anzubauen, oder triste Plätze grüner und freundlicher zu gestalten und somit die Lebensqualität für die Menschen in der Stadt zu erhöhen. Tom sagt selbst über sich, dass es sein größter Erfolg ist, wenn Menschen aus den verschiedensten Bereichen zusammenarbeiten und gegenseitig voneinander lernen.

Die Teilnahme zum Seminar war begrenzt und so versammelten sich 30 Teilnehmer, darunter Studenten, Vertreter von Städten und engagierte Bürger um gemeinsam mit Tom Fox das Thema „Urban Planning from the Bottom up – How Community Participation Can Reshape the City“ zu thematisieren.

Workshop mit Tom Fox In seinem Workshop machte Tom auf die Wichtigkeit von offenen Räumen bzw. Freiflächen in der Stadt aufmerksam.

Ein wichtiger Aspekt seiner Arbeit ist der Bottom-up-Prozess. D.h. die Stadt wird von der Bürgerschaft aus geplant. Die Bürgerbeteiligung ist für Tom entscheidend, um den Bedürfnissen der breiten Masse im Bereich der Stadtentwicklung gerecht zu werden und um diese voranzutreiben. Vor allem das Konzept der starken Nachhaltigkeit (Ökologie über Ökonomie und Sozialem) ist für Tom vor dem Hintergrund entscheidend, dass bis 2050, 2/3 aller Menschen in Städten leben werden. Demnach muss  die Natur in die Stadtplanung einbezogen werden.

Wenn Menschen sich zusammenschließen, um an Bürgersteigen Blumen oder Bäume zu pflanzen, um triste Orte durch z.B. Guerilla Gardening mit Wildblumen zu verschönern, dann steigt zum einen die Lebensqualität und zeitgleich steigt die Luftqualität für die Menschen. Alle Menschen profitieren davon, wenn Freiflächen verschönert werden, so Tom. Zudem haben Freiflächen, wie Parks eine wichtige Funktion. Er bezeichnete sie als „melting points„, also Schmelzpunkte, an denen Menschen zusammenkommen und miteinander Zeit zu verbringen. Hier werden soziale Kontakte ausgetauscht und durch Sport, wie Football oder Basketball das Gemeinschaftsgefühl geprägt.

In diesem Zusammenhang berichtete uns Tom von seinem größten Projekt, dem Hudson River Park in New York. Seit der Jahrtausendwende ist der Hudson River Park neben dem Central Park der zweitgrößte Manhattans. Die gesamte Parklandschaft des Hudson River Parks wird von einer gemeinnützigen Organisation verwaltet. Die Bürger von Manhattan waren maßgeblich in die Gestaltung des Parks involviert. Für Tom war es wichtig, dass die Menschen selbst Visionen entwickeln, wie IHR Park aussehen könnte. Wenn Menschen aktiv an einem Projekt partizipieren, halten sie diesen u.a. auch sauber.

Allerdings beschreibt Tom auch ein altbekanntes Problem. Die Verantwortlichkeit. Damit Menschen ihren Müll nicht auf den Boden, sondern in Mülleimer werfen, müssen diese immer in Reichweite sein. Auch in Deutschland denken viele Menschen „das räumt schon irgendjemand weg“. Auch Tom sagte: people are lazy. Um dieser Faulheit zu begegnen, müssen Stadtplaner stärker mitdenken, wie die Menschen den Raum wohl nutzen werden. Daher ist es wichtig, zum einen das Bewusstsein der Menschen für bestimmte Themen, wie Stadtentwicklung und Natur, zu sensibilisieren und zeitgleich deren Verhalten in Verantwortung gegenüber anderen Menschen und der Erde zu übernehmen.

Wen ihr noch mehr über das Leben von Tom Fox erfahren möchtet, empfehle ich euch das folgende Video aus dem vimeo-Kanal von Prof. Dr. Stark vom OrgLab (Labor für Organisationsentwicklung) der Universität Duisburg-Essen.

Viel Spaß beim anschauen!

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