Erst kneten, dann backen – Betriebsbesichtigung beim Bäcker Peter in Essen

Weizenmehl, Wasser, Hefe, Sauerteig, Butter, Salz, Zucker, Haferflocken – mehr wird nicht in den großen Kessel geschüttet, den wir anschließend unter einem riesigen Knethaken einhängen. Nur ein paar Minuten später sind alle Zutaten miteinander vermengt.  Anschließend bekommt jeder von uns ein knappes Kilo rohen Brotteig in die Hände und wir fangen an den Teig zu kneten: „Reindrücken, Ohren lang ziehen, umklappen und drehen“, so die Anweisung von Herrn Husemann, Mitarbeiter bei Peter Backwaren und unser Führungsleiter an diesem Tag.  Mit dem Handballen drücken wir in den Teig, ziehen ihn an zwei Seiten ein Stück in die Länge, legen die „Ohren“ zurück auf den Teigballen und drehen das Ganze ein Stückchen weiter. So wird der komplette Teig nach und nach bearbeitet, unter Spannung gebracht.

Normalerweise toben sich in der Backhalle Schüler an den Teigmassen aus. Neben Schulklassen führt Herr Husemann auch andere Kleingruppen und Interessierte durch den Backbetrieb. Diesmal ist es das Team der Klima-Initiative Essen, das in der Backstube aktiv wird. Während das Brot gebacken wird lernen wir auch die  Feinbäckerei kennen, die erst seit 18 Wochen in Betrieb ist. Von hier kommen all die Backwaren, die vor allem eins beinhalten: jede Menge feinen Zucker. Bei den Führungen backen die Teilnehmer ihr eigenes Brot und sehen dabei, dass es auch ganz ohne künstliche Aroma- und Farbstoffe funktionieren kann.

In den Backstuben ist es angenehm hell. Das liegt zum einen an den riesigen Fenstern und der hellen Holzvertäfelung. Zum anderen sorgen die LED-Deckenlampen an diesem späten Nachmittag für einen guten Blick auf die Produktionsmaschinen und für eine angenehme Ausleuchtung an den Tischen, auf denen unsere Teigballen liegen. Schließlich sollen wir diese auch noch nach unseren Wünschen kreieren, formen oder verzieren.

Eigene Brote

Eigene Brote

Die Feinbäckerei überrascht aber noch mit weiteren Besonderheiten: auf ihrem Dach angebracht ist eine 1.000 qm große Photovoltaikanlage. Puddingplunder und Schokobrötchen werden hier also mit erneuerbarer Energie hergestellt – zumindest teilweise, denn insb. die Öfen benötigen mehr Energie, als auf den Dächern von der Sonne eingefangen wird. Doch nicht nur das: frisch und kühl bleiben die Backwaren in einer Kühlkammer, die betrieben wird von Propan-Gas und CO2. Ziemlich innovativ ist der Betrieb Peter Backwaren, der in langer Familientradition seit über 100 Jahren geführt wird. Das hat ihm schon zahlreiche Auszeichnungen eingebracht. Ansporn ist dabei vor allem der eigene Nachwuchs der Familien Peter, also eine sehr langfristig, nachhaltig ausgelegte Firmenphilosophie.

Selbstgemachtes Brot im Klimawerkstadt Essen-Design

Selbstgemachtes Brot im Klimawerkstadt Essen-Design

Schon jetzt gehört Peter Backwaren zu den Vorbildern, wenn es darum geht, Produkte ökologisch und nachhaltig herzustellen. Doch es gibt noch weitere Produktions- und Geschäftsbereiche, die zukünftig nachhaltig ausgerichtet werden. Langfristig eingeplant werden beispielsweise Hybridfahrzeuge, die künftig die Backwaren an die Filialen ausliefern. Für die Filialen ist wiederum angedacht, diese mit energieeffizienter Beleuchtung auszustatten.

In einem Jahr wird sich zeigen, wie viel Energie durch die neue, moderne Backhalle eingespart worden ist. Uns hat es sehr viel Spaß gemacht, eigene Brote zu backen, die wir am Ende noch warm nach Hause tragen durften.

Lecker Abendbrot

Lecker Abendbrot

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